Shimmer (SMR): Talfahrt hält an – Ärger über IOTA Stiftungschef Schiener

Mit großen Hoffnungen startete IOTA im Herbst 2022 das Seitenprojekt Shimmer (SMR). Aber seit Wochen reiht sich bei Shimmer ein Allzeittief an das nächste. In der Community wird auf IOTA Chef Schiener geschimpft.

Bei Shimmer (SMR) ist die Stimmung am Tiefpunkt. Die Preiskurve des Seitenprojekts von IOTA zeigt kontinuierlich nach unten und mit 0,017 US-Dollar wurde gerade am Mittwoch ein neues Allzeittief für SMR notiert, eines von mindestens vier allein in diesem Jahr. In der Community platzt immer mehr Anlegern der Kragen und Digidus the DeGenX lässt auf X exemplarisch seiner Wut freien Lauf. „Warum hat (IOTA Stiftungschef) Dominik Schiener entschieden, das ganze Shimmer Ökosystem schlecht zu machen“, fragt er rhetorisch und erntet so machen Kommentar, der für Schiener Worte unterhalb der Gürtellinie findet.

Tatsächlich hatte Schiener vor einem Monat mit dem auf Shimmer gemünzten Spruch geschockt, Token im Besitz einer Community könnten nicht funktionieren. Dies platzte in eine gerade angelaufene 1 Million US-Dollar schwere Airdrop Kampagne für Shimmer, mit der die Sparte Dezentralisierte Finanzen (DeFi) für SMR angekurbelt werden sollte.

Airdrop bei Shimmer versickert erfolglos

Das Zwischenfazit dieser Werbeaktion für Shimmer war bereits sehr ernüchternd. Nun steht ab dem 16. März das Auszahlen von Bonus SMR an die Teilnehmer an – aber das scheint schon fast niemanden mehr zu interessieren. Die Daten von DeFiLlama zeigen, wie das für Shimmer DeFi hinterlegte Kapital immer weiter zusammenschrumpft und deutlich unter 10 Millionen US-Dollar TVL gesunken ist. Hier spielt natürlich auch der Preisverfall von SMR eine Rolle, doch nüchtern betrachtet ist DeFi bei Shimmer schlicht ein Rohrkrepierer.

Dabei hatte Schiener von Ende 2021 an stets die Werbetrommel für Shimmer gerührt und im Frühling 2023 sah es manchmal sogar so aus, also ob er IOTA hintanstellen wollte. Auf X (damals noch Twitter) malte Schiener im März 2023 für Shimmer eine Zukunft, in der Hunderte von Millionen US-Dollar DeFi antreiben würden und Projekte von NFTs bis Stablecoins Nutzer anziehen. „Es zahlt sich aus, früh dabei zu sein“, schrieb Schiener vor weniger als einem Jahr noch zu Shimmer.

Shimmer Community zählt höchstens 2.000 aktive Mitglieder

Die Wirklichkeit straft die Prognosen von Schiener ab. Die 8 Millionen US-Dollar TVL für Shimmer DeFi und die enttäuschende Airdrop Kampagne sind nur zwei Beispiele. Auf der Übersichtsseite zum Shimmer Ökosystem finden sich aktuell gerade einmal 34 Projekte. Von denen beteiligten sich neun an einer Aktion namens DeepSea Adventures, die soeben zu Ende ging und bei der gratis NFTs verteilt wurden. Nakama Labs zieht Bilanz und hat gut 1.500 Teilnehmer bei dieser Shimmer Ökosystem Aktion gezählt. Das passt zu den hier im Detail einsehbaren Ergebnissen von DeepSea Adventures und auch zu den rund 1.000 Anlegern, die beim Shimmer Airdrop mitmachten. Die aktive Shimmer Community ist also ein ziemlich kleiner Kreis und SMR hat seit dem Wegfall von BitForex nur noch eine internationale Kryptobörse als Handelsplatz, der halbwegs ernst genommen werden kann.

Einzelne Anhänger von Schiener versuchen noch, den mächtigen Mann bei IOTA und damit auch Shimmer zu verteidigen. Schieners jüngste abfälligen Bemerkungen zu Shimmer seien aus dem Kontext gerissen und hätten in Richtung Kryptobörsen gezielt, heißt es dann. Aber Schiener selbst hat seinen Kommentar nicht korrigiert und konzentriert sich öffentlich wieder ganz und gar auf IOTA.

Fazit: Abgesang auf Shimmer verfrüht? Auch IOTA schwach

Bisher unterscheiden sich Shimmer und IOTA im gemeinsamen Ökosystem technologisch noch durch die Ethereum Virtual Machine (EVM), welche seit September 2023 nur für SMR integriert ist. Doch die EVM soll in Kürze auch für IOTA selbst freigeschaltet werden und für Shimmer gibt es dann keine geldwerten Alleinstellungsmerkmale mehr. Die schon existierenden EVM Projekte dürften sich künftig auf IOTA konzentrieren, was den Niedergang von SMR beschleunigen könnte.

Aber auch IOTA tut sich schwer. Der hart kritisierte „Inflationshammer“ dort hallt nach und die ausstehende Dezentralisierung des Netzwerks führt dazu, dass typische Krypto-Anleger einen weiten Bogen um IOTA machen. Ein großes Lager der Shimmer Community fühlt sich derweil von Schiener verraten. Der bisweilen selbstherrlich wirkende Schiener wird wohl weiter mit dem Wörtchen „soon“ fantastische Zukunftsperspektiven für IOTA aufzeichnen – aber an seinen Worten lässt er sich ja auch erfahrungsgemäß im Nachhinein nicht messen. Noch ein Beispiel gefällig? Im Oktober 2023 feierte Schiener den angekündigten, „baldigen“ Neuzugang des Stablecoins USPlus in das Ökosystem von IOTA und Shimmer – aber passiert ist seitdem merkbar gar nichts. Wenn da der Community die Geduld ausgeht und für das Debakel bei Shimmer nach Schuldigen gesucht wird, ist das nachvollziehbar.

Quelle

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